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Import nach Deutschland 2026: Zoll, 19 % MwSt und vier Wege

Aktualisiert: 2026-10-21

Vier Wege nach Deutschland, gerechnet an einer Order von 2.400 Paar Schuhen: Zoll mit und ohne EUR.1, 19 % Einfuhrumsatzsteuer und 3 EUR pro Artikel.
International shipping containers at port

Eine Order, vier Wege ins Land

Nehmen wir eine Order und hören wir auf, in Prozenten zu streiten. Zweitausendvierhundert Paar Lederschuhe, HS-Position 6403, FOB Hai Phong zu EUR 19,50 pro Paar, das sind EUR 46.800 Ware. Seefracht nach Hamburg EUR 2.100, Transportversicherung EUR 140. Damit liegt der Zollwert an der deutschen Grenze bei EUR 49.040. Sonst ändert sich in diesem Artikel nichts. Gleiche Fabrik, gleiche Kartons, gleicher Käufer, gleiche Woche. Die einzige Variable ist der Weg, den die Ware nimmt, und diese eine Entscheidung verschiebt Zoll und Einfuhrumsatzsteuer an der Grenze zwischen EUR 9.317,60 und EUR 13.986,21, bei einer Order unter fünfzigtausend Euro.

Ich habe angefangen, das zu verfolgen, nachdem mir ein Schuhimporteur aus Nordrhein-Westfalen zwei Einfuhrdokumente für identische Sendungen im Abstand von sechs Wochen gezeigt hat. Beide 2.400 Paar aus derselben vietnamesischen Fabrik. Das eine mit EUR 0 Zoll, das andere mit EUR 3.923,20. Der Unterschied war keine Tarifänderung, keine Zollentscheidung und keine glückliche Einreihung. Bei einer Sendung war das Ursprungszeugnis an die Handelsrechnung geheftet, bei der anderen gab es ein Versprechen des Lieferanten, er werde es 'später nachschicken'. Er hat es nie getan. Der Käufer zahlte die 8% aus seiner eigenen Marge und brauchte dann vier Monate, um festzustellen, dass sich die Papiere im Nachhinein von vietnamesischer Seite nicht rekonstruieren ließen. Das ist das ganze Spiel in einer Anekdote: In Deutschland wird nicht besteuert, was Ihre Ware wert ist, sondern was Sie zum Zeitpunkt der Überlassung darüber belegen können.

WegWer die Zollanmeldung unterschreibtZoll auf diese OrderEinfuhrumsatzsteuer bei ÜberlassungWas es auslöst
Eigene EORI, FCL nach Hamburg, gültige EUR.1Sie als EinführerEUR 0EUR 9.317,60EORI, ATLAS-Anmeldung, LUCID, wenn Sie die Verpackung stellen
Eigene EORI, FCL nach Hamburg, ohne UrsprungsnachweisSie als EinführerEUR 3.923,20EUR 10.063,01Dasselbe, plus 8%, die Sie nie zurückholen
Sammel-LCL, Spediteur meldet anSpediteur als indirekter VertreterEUR 0 mit EUR.1EUR 9.239,89Schriftliches Vertretungsmandat, LCL-Kosten im Bestimmungsland
2.400 Einzelpaar-Pakete, IOSS des VerkäufersVerkäufer oder IOSS-HalterEUR 7.200 bei EUR 3 pro PaketAn der Kasse erhobenIOSS-Registrierung, Produktidentifikatoren ab 1. November 2026
Luftfracht nach Frankfurt, 2.640 kg frachtpflichtigSie als EinführerEUR 0EUR 11.526,92Wie FCL, mit einem Cash-Zyklus in Tagen

Das Zertifikat, das EUR 4.668 wert ist

Vietnam und die EU haben seit dem 1. August 2020 ein Freihandelsabkommen in Kraft, und Schuhe gehörten zu den Kategorien, die über sieben Jahre stufenweise gesenkt wurden. Am ersten Tag gingen 42,1% der Schuhpositionen auf null. Bis zum dritten Jahr waren es 73,2%. Die letzte Stufe greift am 1. Januar 2027. Im Oktober 2026 kommen also die meisten Leder-Schuhpositionen aus Vietnam bereits zollfrei nach Deutschland, aber 'die meisten' heißt nicht 'Ihre', und das einzige Mittel, das zu klären, ist die zehnstellige Position zu prüfen und nicht die Kapitelüberschrift. Wenn Sie annehmen, es gelte, liegen Sie etwa in drei von vier Fällen richtig, und so führt man keine Bestellung.

Das Zertifikat selbst ist eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1, beantragt über das Portal des vietnamesischen Ministeriums für Industrie und Handel und elektronisch ausgestellt. Es ist 12 Monate gültig. Hier kommt der Punkt, der europäische Käufer erwischt: Die EU-Seite akzeptiert eine Präferenzanmeldung nach der Einfuhr und erstattet den Zoll, aber Vietnam verlangt, dass die Ursprungserklärung bei der Ausfuhr abgegeben wurde, innerhalb des Zeitfensters nach Circular 33/2023/TT-BTC. Ein Zertifikat lässt sich im November nicht für Ware herbeizaubern, die im September verschifft wurde, und genau das hat mein Importeur aus Nordrhein-Westfalen im Nachhinein erfahren. Bei dieser Order kostete das fehlende Papier EUR 3.923,20 Zoll und weitere EUR 745,41 Einfuhrumsatzsteuer auf diesen Zoll, zusammen EUR 4.668,61, also 10% des FOB-Werts. Das Zertifikat selbst hat ihn ein paar Dutzend Euro gekostet.

  • Ursprung ist ein Dokument, kein Land. Eine vietnamesische Fabrik ist nicht dasselbe wie vietnamesischer Ursprung, und ein chinesisches Werk in Hai Phong kann trotzdem Schuhe mit vietnamesischem Ursprung produzieren.
  • Prüfen Sie die zehnstellige Position gegen die Stufenliste, bevor Sie die Bestellung bestätigen, nicht nachdem der Container gebucht ist.
  • Die EUR.1 muss bei der Ausfuhr ausgestellt werden. Nehmen Sie sie als harte Bedingung in die Versandcheckliste des Lieferanten auf, neben die Packliste.
  • Rechnungen müssen Zeile für Zeile zum Zertifikat passen: Menge, Beschreibung, HS-Code und Empfänger. Eine Abweichung ist der häufigste Grund, warum ein gültiges Zertifikat am Schalter zurückgewiesen wird.
  • Bewahren Sie das Zertifikat und die zugrunde liegenden Produktionsunterlagen mindestens drei Jahre auf, das ist die Aufbewahrungsfrist nach dem Union Customs Code. Nacherhebungsprüfungen decken routinemäßig genau dieses Fenster ab.

Wer die Zollanmeldung abgeben darf

Jede Einfuhr nach Deutschland wird elektronisch in ATLAS angemeldet, und jede Zollanmeldung braucht eine EORI-Nummer. Diese Nummer vergibt die Generalzolldirektion kostenlos, sie beginnt mit DE, und sie gehört dem Unternehmen, nicht der Sendung. Die Frage, auf die es ankommt, ist nicht, ob irgendwo in der Kette eine EORI existiert, sondern wessen Name auf der Anmeldung steht. Es gibt drei Konstellationen. Bei der direkten Stellvertretung meldet Ihr Spediteur die Ware in eigenem Namen an und stellt Ihnen die Kosten weiter in Rechnung. Bei der indirekten Stellvertretung meldet er in Ihrem Namen und mit Ihrer EORI an, womit Sie Einführer werden und die Zollschuld tragen. Oder Sie melden selbst an, was beim ersten Container fast niemand tut und beim dritten viele.

Die Falle der direkten Stellvertretung ist auf der Rechnung unsichtbar. Ein Spediteur verzollt Ihre Paletten unter seiner eigenen EORI, schickt Ihnen eine saubere Pauschalfaktur inklusive Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, und alles sieht erledigt aus. Dann fragt Ihre Buchhaltung nach dem Einfuhrdokument, damit die 19% in die Umsatzsteuervoranmeldung können, und es gibt keines auf Ihren Namen. Die Steuer wurde gezahlt, der Spediteur hat sie sich erstattet, und Sie halten eine Dienstleistungsrechnung statt eines Einfuhrabgabenbescheids in der Hand. Ich habe erlebt, wie einem Unternehmen so in einem Quartal EUR 11.400 abzugsfähige Vorsteuer verloren gingen, bevor es jemandem auffiel, weil die Beträge auf den Rechnungen plausibel aussahen und niemand sie gegen eine Anmeldung abgeglichen hat.

KonstellationName auf der AnmeldungWer die Einfuhrumsatzsteuer abziehen kannWer das Risiko trägt
Direkte StellvertretungEORI des SpediteursSpediteur, nicht SieSpediteur, der es Ihnen weiterberechnet
Indirekte StellvertretungIhre EORI, Ihr NameSieSie, mit schriftlichem Mandat
Sie melden selbst in ATLAS anIhre EORISieSie, einschließlich Einreihungsfehler
Verkäufer liefert DDP und verzollt in eigenem NamenVerkäufer oder seine EU-EinheitNicht SieVerkäufer, aber Sie können den gezahlten Zoll nicht prüfen

Die 19%, die Sie zurückbekommen, und die 19%, die Sie behalten

Die deutsche Einfuhrumsatzsteuer beträgt 19% des Zollwerts plus Zoll plus Fracht und Versicherung bis zum ersten Bestimmungsort im Inland. Paragraf 11 des UStG ist bei den Hinzurechnungen eindeutig, und Paragraf 12 setzt den Satz auf 19%, mit 7% ermäßigt für die in Anlage 2 genannten Waren. Bei unserer Schuhorder mit gültiger EUR.1 sind das EUR 9.317,60, ohne sie EUR 10.063,01, weil der Zoll selbst in die Bemessungsgrundlage einfließt. Ein Zoll von 8% ist damit ein Aufschlag von 9,52%, sobald man die darauf erhobene Umsatzsteuer mitrechnet. Diese Zahl gehört in Ihr Kalkulationsblatt, nicht der Tarifsatz aus der Überschrift.

Für ein umsatzsteuerlich registriertes deutsches Unternehmen sind die 19% kein Kostenfaktor. Es ist ein Kredit an das Finanzamt, meist für drei bis sechs Wochen. Sie zahlen bei der Überlassung und ziehen den Betrag als Vorsteuer in der Voranmeldung des Zeitraums ab, vorausgesetzt, das Einfuhrdokument nennt Ihr Unternehmen und Ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Wer monatlich importiert und ordentliche Mengen hat, beantragt bei der Generalzolldirektion ein Zahlungsaufschubkonto, mit dem sich Zoll und Einfuhrumsatzsteuer etwa einen Monat nach der Überlassung per Lastschrift begleichen lassen statt pro Container. Es braucht eine Sicherheit und wird bewilligt, nicht automatisch gewährt, aber bei einem Einfuhrprogramm von EUR 60.000 im Monat ist es der Unterschied zwischen dem Finanzieren des Finanzamts und dem Finanzieren Ihres Lagers. Privatkäufer und Unternehmen ohne deutsche Umsatzsteuer-Identifikationsnummer bekommen davon nichts zurück. Für sie sind die 19% ein dauerhafter Kostenblock, und deshalb kostet dasselbe Sofa ein Unternehmen und einen Verbraucher sehr unterschiedlich viel.

  • Das Einfuhrdokument muss Sie als Einführer nennen. Es ist das einzige Papier, das den Vorsteuerabzug öffnet.
  • Lebensmittel, gedruckte Bücher, Zeitungen und Schnittblumen liegen bei 7%. Getränke, gastronomienahe Waren und die meisten anderen Konsumgüter liegen bei 19%.
  • Verlassen Sie sich bei der 7%-Liste nicht auf Faustregeln. Anlage 2 zum UStG ist die Liste, und sie hat Ausnahmen, die überraschen.
  • Einfuhrumsatzsteuer, die Sie nicht abziehen können, ist ein echter Kostenblock, also kalkulieren Sie sie als solchen, wann immer der Käufer nicht umsatzsteuerlich registriert ist.
  • Fracht bis zum ersten deutschen Bestimmungsort gehört zur Bemessungsgrundlage. Weiterfracht von dort nicht, es sei denn, Sie kannten den endgültigen Bestimmungsort, als die Steuer ausgelöst wurde.

Was sich am 1. Juli 2026 für Pakete ändert

Die Zollfreigrenze von EUR 150 für geringwertige Sendungen gilt für Fernverkäufe seit dem 30. Juni 2026 nicht mehr. Ab dem 1. Juli 2026 gilt für Sendungen bis EUR 150 ein vorübergehender pauschaler Zollsatz von EUR 3 pro Artikel nach der Verordnung (EU) 2026/382 des Rates. Er läuft bis zum 1. Juli 2028, dann übernimmt der Datenhub für den E-Commerce und der normale Tarif greift wieder. Zwei Details entscheiden die meisten Diskussionen. Erstens wird pro Artikel im Tarifsinn erhoben, nicht pro Stück: fünf gleiche T-Shirts in einem Paket ergeben einen Betrag von EUR 3, ein T-Shirt plus eine Armbanduhr ergeben EUR 6. Zweitens wird der Betrag beim Anmelder erhoben, also beim Verkäufer, beim IOSS-Halter oder deren Vertreter, nicht beim Verbraucher an der Haustür. Produktidentifikatoren werden am 1. November 2026 verpflichtend.

Die Ausnahmeklausel ist der Grund, warum Ursprungspapiere plötzlich für Leute zählen, die Handyhüllen verkaufen. Waren, die von einem Präferenzabkommen oder einer Maßnahme der Zollunion profitieren, fallen nicht unter die Pauschale, solange die Umsatzsteuer nicht über IOSS erhoben wurde und die Waren im H1-Datensatz angemeldet werden. Lesen Sie das zweimal, denn es kehrt den üblichen Rat um. Bei einem geringwertigen Paket ist eine gültige Präferenzanmeldung plus eine Nicht-IOSS-Anmeldung jetzt der günstigere Weg, während ein über IOSS abgewickeltes Paket die EUR 3 zahlt, welchen Ursprung es auch hat. Die Begründung der Kommission ist das Volumen: 2025 kamen knapp 5,9 Milliarden geringwertige Sendungen zollfrei in die EU, und über 60% der geprüften Produkte in den Bereichen Kosmetik, Schutzausrüstung, Nahrungsergänzung, Spielzeug und Elektronik entsprachen in jenem Jahr nicht den EU-Standards. Man kann das Instrument ablehnen und trotzdem darum herum planen.

WarenkorbRechnung bis 30. Juni 2026Rechnung ab 1. Juli 2026
4 Paar Socken, gleiche TarifpositionEUR 0 ZollEUR 3 (1 Artikel)
4 Paar Socken plus ein Plüschtier plus ein LadekabelEUR 0 ZollEUR 9 (3 Artikel)
Ein Paar Schuhe für EUR 120 mit EUR.1, kein IOSS, im H1 angemeldetEUR 0 ZollEUR 0, Präferenzware ist ausgenommen
Dieselben Schuhe mit über IOSS erhobener UmsatzsteuerEUR 0 ZollEUR 3, IOSS nimmt Sie nicht aus
2.400 Einzelpaar-Pakete statt eines ContainersEUR 0 ZollEUR 7.200 an Pauschalbeträgen

Drei Registrierungen, die der Zoll nie abfragt

Der deutsche Zoll gibt Ihre Ware frei, ohne die Pflichten nach der Freigabe auch nur zu erwähnen, und genau in dieser Lücke erwischt es neue Importeure. Wer verpackte Waren in Deutschland vertreibt, muss vor der ersten Lieferung im Verpackungsregister LUCID registriert sein, und für die meisten Verkaufsverpackungen braucht man zusätzlich Systembeteiligung, also einen Vertrag mit einem dualen System, das die Mengen lizenziert. Elektrogeräte brauchen eine WEEE-Registrierungsnummer bei stiftung ear, bevor sie angeboten werden dürfen. Und seit dem 1. Januar 2026 ist der CO2-Grenzausgleichsmechanismus im endgültigen Regime, mit Genehmigung, Berichterstattung sowie Kauf und Abgabe von Zertifikaten für Zement, Eisen und Stahl, Aluminium, Düngemittel, Strom und Wasserstoff. Nichts davon steht auf einer Zollanmeldung. Alles davon kann Ihren Vertrieb stoppen.

Ich habe erlebt, wie ein mittelgroßer Importeur von Küchengeräten 2024 von einem Wettbewerber eine Abmahnung wegen fehlender LUCID-Registrierung für eine Produktlinie bekam, die in Deutschland etwa EUR 180.000 im Jahr wert war. Auf der Zollseite war alles sauber, die CE-Dokumentation war in Ordnung, und das Unternehmen musste das Angebot trotzdem elf Tage lang offline nehmen, während es sich registrierte und einen Vertrag mit einem dualen System unterschrieb. Das Bußgeld selbst war moderat. Das verlorene Verkaufsfenster vor Weihnachten war es nicht. Planen Sie eine Woche für LUCID und zwei bis vier Wochen für eine WEEE-Registrierung ein, und zwar bevor Sie den Container buchen, nicht nach der Freigabe.

RegistrierungAusgelöst durchWer es prüftKosten des Ignorierens
Verpackungsregister LUCIDJede verpackte Ware, die in den deutschen Markt kommtZSVR und WettbewerberVertriebsstopp, Abmahnungen und rückwirkende Mengenentgelte
Beteiligung an einem dualen SystemVerkaufsverpackungen, die beim Verbraucher landenSystembetreiber und MarktüberwachungNicht lizenzierte Mengen, plus nachträgliche Lizenzierung auf Ihre Kosten
WEEE-Registrierung bei stiftung earElektro- und ElektronikgeräteMarktüberwachungsbehördenAngebot wird entfernt und Verkaufsverbot
CBAM-GenehmigungZement, Eisen und Stahl, Aluminium, Düngemittel, Strom, WasserstoffDeutsche EmissionshandelsstelleWare kann im endgültigen Regime nicht eingeführt werden

Wo der Container tatsächlich ankommt

Hamburg hat 2025 8,3 Millionen TEU umgeschlagen, 7,3% mehr, bei einem Gesamtumschlag von 114,6 Millionen Tonnen. Der Mix in dieser Zahl ist der interessante Teil: Containerverkehr mit China plus 6,5%, mit Indien plus 49,2%, mit Malaysia plus 84,3%, und mit den Vereinigten Staaten minus 25,6%, weil die Tarifschocks von 2025 die Routen neu geordnet haben. Wer in seiner Beschaffungskarte immer noch eine reine China-Lieferkette nach Hamburg annimmt, ist von der Hafenstatistik längst überholt. Seefracht von chinesischen Häfen nach Hamburg dauert etwa 28 bis 38 Tage von Hafen zu Hafen, LCL braucht vier bis sechs Tage mehr für die Konsolidierung, der Schienenkorridor China-Europa erreicht deutsche Knoten in rund 12 bis 18 Tagen, Luftfracht ist in 5 bis 8 Tagen abgefertigt, und Express von Tür zu Tür in 2 bis 5.

Die indikativen Spotraten 2026 auf der Strecke China-Deutschland liegen bei USD 1.800 bis 3.500 für einen 20-Fuß-Container und USD 3.000 bis 6.000 für 40 Fuß oder High Cube, LCL bei USD 60 bis 120 pro Kubikmeter und Luftfracht bei USD 3,80 bis 7,00 pro Kilo für allgemeine Fracht, teurer unter 500 kg. Nehmen Sie das als Budgetanker, nicht als Angebot, und holen Sie ein datiertes Angebot für die Woche, in der Sie wirklich verschiffen. Die zweite Entscheidung ist das Tor, und sie ändert weniger, als viele denken: Hamburg und Bremerhaven für Seefracht, Frankfurt für Luft, Duisburg für Schiene und Binnenschiff. Sehr viel ändert sich bei Umschlagkosten und Freizeit an jedem Tor, und genau diese zwei Zeilen sind der Punkt, an dem ein billiges Frachtangebot leise zu einer teuren Ankunft wird.

TorVerkehrsträgerLaufzeit ab AsienWann es gewinnt
HamburgSeefracht FCL und LCL28 bis 38 Tage von Hafen zu HafenVolumen in Nord- und Mitteldeutschland, wöchentliche Abfahrten, größte Reedereiauswahl
BremerhavenSeefracht FCL28 bis 38 Tage von Hafen zu HafenVolumen Richtung Süden, sowie Fahrzeug- oder Projektladung
DuisburgSchiene und Binnenschiff12 bis 18 Tage per BahnInlandsverteilung ohne Nordsee-Etappe
FrankfurtLuftfracht5 bis 8 Tage von Flughafen zu FlughafenNachschub unter 500 kg, wo die Marge EUR 3,80 bis 7,00 pro Kilo trägt

Das Urteil nach Szenario

Wege sind nicht abstrakt besser oder schlechter, und wer Ihnen sagt, einer sei der billigste, hat Ihre Order nicht angesehen. So würde ich entscheiden, mit der Zahl, die wirklich entscheidet. Erste Sendung von einem neuen Lieferanten, 18 Kubikmeter, unerprobte Qualität: LCL mit eigener EORI und einem Mandat zur indirekten Stellvertretung, weil Sie die Anmeldung einmal mit Ihrem Namen lernen müssen und nicht für einen Container zahlen sollten, den Sie vielleicht nicht wieder füllen. Achtzehn Kubikmeter oder mehr pro Quartal bei stabilem Lieferanten: FCL nach Hamburg, 20 Fuß zu USD 1.800 bis 3.500 oder 40 Fuß High Cube zu USD 3.000 bis 6.000, und eine EUR.1 bei jeder einzelnen Sendung im Dokumentenpaket. Hochwertiger Nachschub unter 200 kg: Luftfracht nach Frankfurt, wo der Frachtaufpreis von rund EUR 11.628 gegenüber Seefracht Ihnen drei bis vier Wochen Cash-Zyklus kauft. Direkt an Verbraucher unter EUR 150 pro Bestellung: IOSS plus die EUR 3, und hören Sie auf, den Paketweg für zollfrei zu halten. Bauteile aus Stahl oder Aluminium: CBAM-Genehmigung, bevor Sie irgendetwas buchen, weil die Ware im endgültigen Regime ohne sie nicht eingeführt werden kann.

Meine Voreingenommenheit, offen gesagt: Die meisten Importeure, die mich zu Deutschland fragen, sollten ab dem ersten Container mit indirekter Stellvertretung und eigener EORI arbeiten, nicht mit direkter Stellvertretung, weil die auf der Rechnung ordentlicher aussieht. Der Mehraufwand ist ein Mandat und eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Was es Ihnen kauft, ist die Rechtsstellung als Einführer, und die ist es, die Ihnen erlaubt, die 19% abzuziehen, eine Einreihungsentscheidung anzufechten und die Präferenz nachträglich zu beantragen, wenn ein Zertifikat zu spät auftaucht. Importeure, die diese Stellung an einen Spediteur abgeben, um einen Nachmittag zu sparen, zahlen dafür mit Vorsteuer, die sie nicht zurückholen können. Die zweite Voreingenommenheit: Setzen Sie das Ursprungszeugnis mit demselben Gewicht in die Versandcheckliste des Lieferanten wie den Seefrachtbrief. Über EUR 4.668 streitet bei einer Bestellung niemand. Danach streiten alle, wenn der Container schon freigegeben ist.

SzenarioWeg, den ich nehmen würdeDie Zahl, die entscheidet
Erste Order, 18 cbm, unerprobter LieferantLCL, eigene EORI, indirekte Stellvertretung19% von EUR 48.631 sind nur abziehbar, wenn Ihr Name auf der Anmeldung steht
20 cbm oder mehr pro QuartalFCL 40HC nach Hamburg mit EUR.1EUR 3.000 bis 6.000 Fracht gegen EUR 4.668,61 Zollrisiko
Hochwertiger Nachschub unter 200 kgLuftfracht nach FrankfurtEUR 11.628 Frachtaufpreis gegen drei bis vier Wochen Cash
D2C-Bestellungen unter EUR 150IOSS und die EUR 3 akzeptierenEUR 7.200 an Pauschalbeträgen bei 2.400 Einzelpaar-Paketen
Einsatzstoffe aus Stahl oder AluminiumSeefracht plus CBAM-GenehmigungKeine Genehmigung, keine Einfuhr, egal zu welcher Frachtrate
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Häufig gestellte Fragen

Brauche ich eine eigene deutsche EORI, wenn mein Spediteur verzollt?

Sie brauchen eine, wenn Sie Einführer sein wollen, und Sie wollen Einführer sein, wenn Sie die 19% Einfuhrumsatzsteuer abziehen möchten. Ein Spediteur, der unter direkter Stellvertretung anmeldet, nutzt seine eigene EORI, zahlt die Einfuhrumsatzsteuer, holt sie sich zurück und stellt Ihnen eine Dienstleistung in Rechnung. Fragen Sie vor der ersten Sendung, welche Konstellation im Mandat steht, denn für Umsatzsteuerzwecke lässt sich das nicht rückwirkend reparieren.

Wie viel Zoll zahle ich 2026 auf Kleidung oder Schuhe aus Vietnam?

Die MFN-Sätze liegen bei 12% für die meisten Bekleidungspositionen und 8% für Lederschuhe. Unter dem EU-Vietnam-Abkommen liegen die meisten Schuhpositionen bereits bei null, die letzte Stufe greift am 1. Januar 2027, es kommt also auf Ihre zehnstellige Position an. Eine gültige, bei der Ausfuhr ausgestellte EUR.1 macht aus 8% eine 0%, und bei einem Zollwert von EUR 49.040 sind das EUR 3.923,20 Zoll plus EUR 745,41 Umsatzsteuer darauf.

Kann ich die 19% Einfuhrumsatzsteuer zurückholen?

Ja, wenn Sie in Deutschland umsatzsteuerlich registriert sind und das Einfuhrdokument Ihr Unternehmen und Ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nennt. Sie geht als Vorsteuer in die Voranmeldung, in der Regel drei bis sechs Wochen nach der Zahlung bei der Überlassung. Sind Sie Privatkäufer oder ein Unternehmen ohne deutsche Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, ist sie ein dauerhafter Kostenblock und nicht erstattungsfähig.

Gilt der Pauschalzoll von EUR 3 für meinen B2B-Container?

Nein. Er gilt für Fernverkäufe von Sendungen bis EUR 150, erhoben pro Artikel im Sinne der Tarifierung, und läuft vom 1. Juli 2026 bis 1. Juli 2028. Normale gewerbliche Anmeldungen zahlen den Tarif. Wichtig bei kleinen Paketen ist die Ausnahme: Waren unter einem Präferenzabkommen, ohne IOSS verkauft und im H1 angemeldet, fallen ganz aus dem Betrag von EUR 3 heraus.

Was passiert, wenn meine Verpackung nicht in LUCID registriert ist?

Sie vertreiben verpackte Waren in Deutschland ohne die Registrierung, die das Verpackungsgesetz verlangt, was Sie einem Vertriebsstopp, Abmahnungen von Wettbewerbern und rückwirkenden Lizenzentgelten aussetzt. Die Registrierung ist kostenlos und dauert etwa eine Woche, aber die meisten Verkaufsverpackungen brauchen vor der ersten Lieferung zusätzlich einen Vertrag mit einem dualen System. Erledigen Sie beides, bevor der Container ablegt, nicht nach der Freigabe.

AW

Verfasst von Ace Wang

Gründer & Spezialist für Importabläufe

Ace Wang verfügt über 20 Jahre Erfahrung im grenzüberschreitenden E-Commerce und leitet Import-Lieferketten für kleine und mittlere Unternehmen. Von den Anfängen der Lieferantensuche über Alibaba bis hin zu modernen Multiländer-Logistikstrategien hat Ace Hunderten von Unternehmern geholfen, Zollabfertigung, Versandoptimierung und das Management von Landedkosten zu meistern. Der LandedCostHub-Rechner und alle Inhalte dieser Website basieren auf praktischer Erfahrung – nicht auf Theorien aus Lehrbüchern. Ace ist überzeugt, dass transparente und genaue Kostendaten das Recht jedes Importeurs sind – kein Luxus, der nur Profis vorbehalten ist. Mehr über Ace Wang →

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